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GEDICHTE & ANDERES
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 Immer wieder ergaben sich in meinem bisherigen Leben stille Momente, wo sich in mir Gedichte und andere Texte formten. Da kamen Gedanken zu mir, und ich schrieb nur auf, was ich hörte. Gedichte verdichten das Unsagbare.
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Die Rückkehr
Aus der Einsamkeit der Wüste
kehre ich zurück in die Gärten des Tales.
In der Wüste sah ich den, der gegangen war
und dem ich folgen wollte.
Nichts sollte mich von ihm trennen,
alle Grenzen wollte ich übersteigen,
um das letzte Glück zu erfahren.
Aber es war das Glück des Todes,
wo einer allem entsagt und losläßt,
bevor er wirklich ergriffen
und Abschied nimmt vom Leben der Erde.
Es war eine trügerische Freiheit,
die losgelöst von allen Bindungen
in freiem Fall die Leere suchte.
Aus der Einsamkeit der Wüste
kehre ich zurück in die fruchtbaren Gärten des Tales.
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Die Zehntausend Dinge
Die zehntausend Dinge zwischen Himmel und Erde
steigen auf aus dem Urgrund,
erblühen am Morgen,
bringen Frucht am Mittag
und vergehen am Abend.
So ist es mit den Menschen:
Sie erscheinen für eine Weile,
schauen einander, begehren und gewähren,
wirken im Strom der Generationen
und sinken zurück in den Urgrund.
Daß die Dinge Anfang und Ende haben
ängstigt das Ich und beruhigt die Seele.
Das bunte Treiben der Menschenkinder hat seine Zeit.
Wenn das Fest endet und die Musik verklingt,
spüre ich Wehmut und stimme doch zu.
Diese Traurigkeit führt mich weiter
zu den Grenzen des Bekannten.
Weil ich Abschied nehme vom Sichtbaren
kann ich dem Verborgenen begegnen.
Dann spricht ES zu mir
Und verkündet im Klang der Stille
Die Einheit aller Dinge.
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Ich lausche dem Atem des Urgrundes
In der tiefsten Finsternis der Nacht
Lausche ich dem schweren Atem des Urgrundes,
der die zehntausend Dinge unter Schmerzen gebirt.
Sie treten strahlend hervor ins helle Tageslicht
und fließen in den Reigen des Seins.
Für eine Zeit dürft ihr tanzen, Menschenkinder,
die ihr euch aufrichtet wie aus einem Schlafe erwachend,
und ihr schreitet ins freie Erdenfeld,
wo der Wind der Ewigkeit unerbittlich weht.
Doch nach einer Weile
Treibt euch die süße Sehnsucht
zurück in den Schoß
des ruhenden Urgrundes.
Wohl dem,
der den Augenblick der Wahrheit dankbar fühlte
und im gleißenden Licht der Mittagssonne
die Verneigung vor dem Unendlichen mit Würde vollzog.
Er ist zum Seienden geworden,
denn er achtet die Grenzen der Erde
und ahnt das Geheimnis der Quelle.
Friedvoll kehrt er beglückt zurück
in den raumlosen Raum der Ewigkeit.
Phönix, Arizona 1999
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Zeitalter und Urgrund
Ein jedes, was ich lebe und erfahre,
hat doch seine Zeit und seinen Ort,
und so reihen sich viele Zeitalter
der großen Seele aneinander,
erscheinen, leuchten auf, verschwinden
im Urgrund unfaßbaren Seins.
Was bleibt und wo kann ich,
wenn ich den Strom der Zeit ergründen will,
all jene Zeitalter,
in denen ich mein Sein erfuhr,
am Ende meines Weges dann noch finden?
Das Geschehene ruht im Raume der Vergangenheit,
gleichsam in einem Berge aufgehoben,
der viele goldene Schätze sicher in sich aufbewahrt
und mich zugleich auf seinem Gipfel trägt.
Auch stehe ich am Ufer eines großen Flusses,
den ich weder halten noch lenken kann,
und finde mich in all den Lebensströmen,
die mich wandelnd freundlich tragen,
bis ich verwoben bin mit einem Größeren,
das mich erwählt und in den Dienst genommen.
Kann keiner Wandlung mich entziehn,
wenn jener Strom mich trägt zu fremden Ufern,
und dieses Fließen mich mein Sein
in jener großen Seele ahnen läßt.
Und irgendwann naht auch für mich die letzte Stunde,
in der ich aufgenommen werde
und eine dunkle Grenze überschreite
hinein in den alles tragenden Urgrund.
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